Erste Schritte mit PlanElec: Vom Grundriss zum ersten Export
Schritt-für-Schritt-Guide für PlanElec: Projekt und Etagen anlegen, Situationsplan zeichnen, Verbraucher verbinden, Schaltschrank prüfen und PDFs exportieren.
PlanElec führt ein Projekt vom räumlichen Plan über die elektrische Topologie bis zu Schaltschrank, Eindrahtschema und Dokumenten. Der wichtigste Grundsatz für den Einstieg: Ein Symbol im Grundriss ist der räumliche Anfang, die elektrische Zuordnung macht es erst zum Teil des Schemas.
1. Projekt, Gebäude und Etagen anlegen
Nach der Anmeldung öffnen Sie die Projektübersicht und wählen Projekt erstellen. Sie können mit dem geführten Ablauf, einer Vorlage oder einem leeren Projekt beginnen. Für das erste Projekt empfiehlt sich die Führung, weil sie den nächsten Schritt aus dem tatsächlichen Projektstand ableitet.
Legen Sie anschließend Gebäude und Etagen an. Öffnen Sie die Projektmetadaten und erfassen Sie Projektname, Installationsadresse und Installateur. Diese Daten werden später für Titelblöcke, Selbstprüfbericht und Dossier verwendet.
2. Grundriss und Räume erstellen
Im Bereich Grundriss zeichnen Sie Außen- und Innenwände als Polygon oder Rechteck. Alternativ importieren Sie einen vorhandenen Plan als Referenzbild und kalibrieren ihn über eine bekannte Strecke.
Wenn Wände einen geschlossenen Bereich bilden, erkennt PlanElec einen Raum. Benennen und kategorisieren Sie jeden Raum. Das erleichtert später die Geräteauswahl, Materialansicht und fachliche Kontrolle.
3. Elektrische Geräte platzieren
Öffnen Sie die Gerätepalette und platzieren Sie Steckdosen, Schalter, Leuchten, Festanschlüsse, Verbindungsdosen und den Verteiler an ihrer geplanten Position. Wandgebundene Geräte rasten an der Wand ein; Leuchten können frei im Raum liegen.
Für geeignete Räume kann PlanElec Steckdosen, Beleuchtung, Standardausstattung oder ein Spot-Raster vorschlagen. Prüfen Sie jeden Vorschlag anhand von Türen, Fenstern, Einbauten, Nutzung und Feuchtraumzonen. Die Automatik ist ein bearbeitbarer Startpunkt, keine fertige Fachplanung.
4. Schalter, Verbraucher und Topologie verbinden
Verbinden Sie Schalter mit den zugehörigen Leuchten. Für freie Elemente eines Raums kann eine Schalterkette vorgeschlagen werden. Prüfen Sie danach die Liste der unverbundenen Komponenten.
Weisen Sie die elektrischen Verbraucher dem passenden Verteiler und Stromkreis zu. Die Auto-Zuweisung kann normale Licht- und Steckdosenpunkte gruppieren und unterstützte Spezialgeräte separat behandeln. Kontrollieren Sie Schutzgeräte, Phase und Kabelangaben vor der Übernahme.
Verbindungs- und Abzweigdosen müssen als echte Topologieknoten verknüpft sein, wenn Kabel in getrennte Segmente aufgeteilt werden sollen. Eine Dose wird nicht allein aufgrund ihrer Nähe automatisch in einen elektrischen Pfad eingefügt.
5. Kabelwege prüfen
Für verbundene Geräte kann PlanElec einen Kabelweg entlang der Wände berechnen. Prüfen Sie Start, Ziel und Verlauf, und ergänzen Sie bei Bedarf manuelle Wegpunkte. Die berechnete Länge kann mit einer fachlich ermittelten manuellen Länge überschrieben werden.
Kabeltyp, Querschnitt, Verlegeart und Länge müssen zur realen Installation passen. Die ausführliche Anleitung Automatische Planung erklärt Verbraucher-, Kabel-, Stromkreis- und Schaltschrankautomatik gemeinsam.
6. Schaltschrank belegen
Öffnen Sie den Bereich Schaltschrank, wählen Sie Gehäuse und Polkonfiguration und starten Sie die automatische Belegung. Vorhandene Hauptschalter, RCDs/FI-Schutzschalter und MCBs/Leitungsschutzschalter werden auf den DIN-Schienen angeordnet; standardmäßig bleibt Platzreserve frei.
Prüfen Sie anschließend Modulbreiten, Schutzgruppen und Verbindungen. Fehlende Beziehungen lassen sich mit dem Verbinderwerkzeug ergänzen, Module können manuell verschoben werden. Bei mehrphasigen Anlagen kontrollieren Sie zusätzlich die Phasenübersicht.
7. Eindrahtschema und Selbstcheck kontrollieren
Das Eindrahtschema wird aus der elektrischen Topologie abgeleitet. Prüfen Sie, ob Verbraucherzweige, Schutzgeräte, Kabelangaben und Abzweigungen vollständig erscheinen. Wenn etwas fachlich falsch zugeordnet ist, korrigieren Sie die Beziehung im gemeinsamen Projektmodell und prüfen Sie das Schema danach erneut.
Der AREI/RGIE-Selbstcheck meldet Findings in den aktuell unterstützten, anhand der Projektdaten auswertbaren Regelbereichen. Ein fehlerfreier Lauf ist keine Konformitätsgarantie und ersetzt keine Keuring.
8. Dokumente exportieren
Im Bereich Export können Sie das Eindrahtschema, den Situationsplan und den orientierenden Selbstprüfbericht als PDF erzeugen. Im Dev-/Pilotworkflow stehen außerdem Stromkreis-, Material- und Kabelliste sowie ein auswählbares Arbeitsdossier zur Verfügung. Das Schaltschrank-PDF erscheint nur bei aktiviertem Feature-Flag und vorhandenen Schaltschrankdaten.
Prüfen Sie vor der Weitergabe Metadaten, Lesbarkeit, Seitenfolge und offene Findings. Eine vollständige Statusübersicht finden Sie unter Dokumente exportieren.
Ein belastbarer erster Projektdurchlauf
Arbeiten Sie beim ersten Projekt bewusst mit einem kleinen, echten Teilbereich: zum Beispiel einer Etage mit Verteiler, zwei Steckdosenstromkreisen, Beleuchtung und einem Festanschluss. So erkennen Sie früh, welche Information räumlich, elektrisch oder dokumentarisch ist. Ein Steckdosensymbol im Grundriss beantwortet die Ortsfrage. Erst die Zuordnung zu einem Stromkreis, einem Schutzorgan und einer Leitung beantwortet die elektrische Frage. Der Export fasst beide Sichten zusammen, erzeugt aber keine fehlenden Messwerte.
Vor dem Platzieren inventarisieren
Notieren Sie Anschlussart und Spannung, vorhandene Verteiler, Räume, Etagen sowie alle sichtbaren elektrischen Punkte. Öffnen Sie keine plombierten Bereiche und leiten Sie die Netzform nicht nur aus der Aderzahl ab. Für Bestandsanlagen sind Fotos der Beschriftung und eine vorsichtige Aufnahme durch eine Fachkraft hilfreicher als Annahmen. Kennzeichnen Sie unbekannte Daten ausdrücklich als offen, statt einen scheinbar plausiblen Kabeltyp oder Schutzwert einzutragen.
Geräte und Stromkreise getrennt prüfen
Platzieren Sie zuerst den Verteiler und die realen Geräte. Verbinden Sie Schalter mit den tatsächlich gesteuerten Leuchten und ordnen Sie Verbraucher danach den passenden Stromkreisen zu. Prüfen Sie bei jeder automatischen Planung, ob die vorgeschlagene Gruppe fachlich passt. PlanElec bietet einen geführten Editor und Vorschläge, aber keine automatische Freigabe der Elektroplanung. Leitungslänge, Verlegeart, Häufung, Umgebung, Spannungsfall, Kurzschlussstrom und Herstellerbedingungen können außerhalb der erfassten Projektdaten liegen.
Drei Ansichten synchron halten
Nutzen Sie gleiche Stromkreiskennungen im Verteiler, Eindrahtschema und Situationsplan. Wenn Sie ein Gerät verschieben, einen Stromkreis teilen oder ein Schutzgerät ändern, kontrollieren Sie anschließend alle drei Sichten. Eine gute Zwischenprüfung lautet: Kann eine zweite Person von einem Lageplansymbol über die Kennung zum richtigen Stromkreis und zurück zum Verteiler gelangen? Falls nicht, ist das Projekt noch nicht dokumentationsreif.
Export als Prüfstand, nicht als Endbeweis
Erzeugen Sie zunächst Vorschauen. Kontrollieren Sie Seitenumbrüche, abgeschnittene Beschriftungen, Legende, Installationsadresse, verantwortliche Person, Planversion und Datum. Öffnen Sie danach die PDF-Dateien erneut und vergleichen Sie sie mit dem aktuellen Projekt. Der Eindrahtschema- und Situationsplan-Export ist im normalen Workflow verfügbar. Materialliste und Arbeitsdossier sind Pilotleistungen mit sichtbaren Abdeckungsgrenzen; eine Bestellfreigabe oder ein offizieller Prüfbericht wird daraus nicht.
Der AREI-Selbstcheck ist orientierend. Ein fehlerfreies Ergebnis bedeutet nur, dass die unterstützten, aus den eingegebenen Daten entscheidbaren Regeln keinen Fehler gemeldet haben. Messungen, Herstellerangaben, örtliche Bedingungen und nicht modellierte Regeln bleiben offen. Lassen Sie Planung, ausgeführte Anlage und Unterlagen vor Ingebrauchnahme beziehungsweise Kontrolle von einer qualifizierten Elektrofachkraft prüfen.
Wenn etwas nicht zusammenpasst
- Gerät fehlt im Schema: Prüfen Sie die elektrische Zuordnung, nicht nur seine Position.
- Stromkreis fehlt im Lageplan: Suchen Sie nach nicht platzierten oder falsch referenzierten Geräten.
- Schutzwert wirkt unplausibel: Nicht überschreiben, bevor Leiterdaten und Fachplanung geklärt sind.
- Export zeigt alte Daten: Projektmetadaten, aktuelle Fassung und zuletzt gespeicherten Stand abgleichen.
- Selbstcheck ist unvollständig: Offene Angaben bearbeiten; Unvollständigkeit nicht als Bestanden interpretieren.
Speichern, Varianten und Zusammenarbeit
Geben Sie dem Projekt und den Etagen stabile, verständliche Namen. Bevor Sie eine größere automatische Planung oder Umstrukturierung ausprobieren, prüfen Sie den aktuellen gespeicherten Stand und exportieren Sie bei Bedarf eine Vergleichsfassung. Eine Planvariante ist keine ausgeführte Installation. Kennzeichnen Sie daher eindeutig, welche Variante geplant, verworfen oder vor Ort umgesetzt wurde.
Wenn mehrere Personen arbeiten, vereinbaren Sie, wer Grundriss, elektrische Zuordnung, Verteiler und Endprüfung verantwortet. Änderungen an gemeinsamen Stromkreiskennungen werden nicht still nebenher gemacht. Ein kurzer Änderungsvermerk mit Datum, betroffenem Bereich und Verantwortlichem verhindert, dass eine neuere räumliche Fassung mit einer älteren elektrischen Fassung exportiert wird.
Beispiel: ein Raum vollständig bearbeiten
Nehmen Sie eine Küche als Übung. Zeichnen und benennen Sie den Raum, platzieren Sie allgemeine Steckdosen, Beleuchtung und tatsächlich geplante Festgeräte. Ordnen Sie Schalter ihren Lichtpunkten zu und halten Sie Hochlastgeräte getrennt, wo die Fachplanung dies vorsieht. Legen Sie keine Kabel- oder Automatenwerte nur anhand des Gerätenamens fest. Tragen Sie erst bestätigte Daten ein und lassen Sie unbekannte Leitungslängen offen.
Kontrollieren Sie danach die Lageplanreferenzen, den Weg jedes Verbrauchers im Eindrahtschema und die Belegung im Verteiler. Prüfen Sie, ob zusätzliche Quellen oder Außenbereiche den betrachteten Umfang berühren. Exportieren Sie die beiden Pläne und verfolgen Sie stichprobenartig drei Geräte in beide Richtungen. Erst wenn diese Kette funktioniert, erweitern Sie den Ablauf auf das nächste Zimmer.
Datenschutz und Projektdaten
Verwenden Sie in Übungsprojekten keine fremden realen Kundendaten. Für ein echtes Dossier sind Name, Installationsadresse und Verantwortliche fachlich wichtig, sollten aber nur im autorisierten Projektkreis verarbeitet und weitergegeben werden. Prüfen Sie vor dem Versand, ob eine Vorschau interne Notizen, alte Varianten oder unvollständige Angaben enthält. Der Empfänger benötigt die freigegebene Dokumentfassung, nicht den gesamten Arbeitsstand.
Ein sinnvoller Abschluss
Ein erstes Projekt ist nicht fertig, weil eine PDF-Datei existiert. Fertig bedeutet: räumliche Punkte stimmen mit dem Gebäude überein, elektrische Zuordnungen sind nachvollziehbar, Verteiler und Pläne verwenden dieselben Kennungen, offene Daten sind sichtbar, und eine Fachkraft hat die relevanten Entscheidungen überprüft. Die anschließende Kontrolle bewertet die ausgeführte Anlage, nicht die Bediengeschwindigkeit der Software.
Archivieren Sie zum Abschluss die freigegebenen PDFs und notieren Sie die zugehörige Projektfassung. Wenn später ein Gerät verschoben oder ein Stromkreis ergänzt wird, starten Sie von diesem nachvollziehbaren Stand. So bleibt die Differenz zwischen früherer Kontrolle, neuer Planung und späterem Ist-Zustand erkennbar.
Weiterführende Einstiege und Quelle
- Eindrahtschema Schritt für Schritt
- Situationsplan zeichnen
- Schaltschrank strukturiert planen
- FÖD Wirtschaft: amtliche AREI/RGIE-Bücher, Buch 1 V06
Checkliste
- Gebäude, Etagen und Räume sind vollständig angelegt.
- Alle elektrischen Geräte stehen an der richtigen Position.
- Verbraucher sind mit Topologie, Stromkreis und Verteiler verbunden.
- Kabelrouten und Längen wurden geprüft.
- Schutzkette und Schaltschrankbelegung sind plausibel.
- Eindrahtschema und Situationsplan wurden visuell kontrolliert.
- Projektmetadaten sind für den vorgesehenen Dokumentstand vollständig.
- Findings und Abdeckungslücken wurden verstanden und bewertet.
PlanElec ersetzt weder Fachplanung und Ausführung noch die offizielle Kontrolle. Lassen Sie das Ergebnis vor der Ausführung von einer qualifizierten Elektrofachkraft prüfen. Die verbindliche Beurteilung erfolgt durch einen zugelassenen Kontrollorganismus.
Weitere praktische Anleitungen stehen in der Wissensbasis, der gesamte Leistungsumfang in der Funktionsübersicht. Sie können PlanElec im aktuellen Early Access registrieren.