Tutorial

Eindrahtschema selbst erstellen — Schritt für Schritt

Lernen Sie, wie Sie ein prüfbares Eindrahtschema mit Stromkreisen, Leitungsdaten, Schutzgeräten und eindeutigen Referenzen erstellen.

Veröffentlicht am 5. Januar 2026 Aktualisiert am 29. August 2026 14 min

Was ist ein Eindrahtschema?

Ein Eindrahtschema (niederländisch: eendraadschema, französisch: schéma unifilaire) ist ein vereinfachter elektrischer Schaltplan, der die Struktur Ihrer gesamten Installation mit standardisierten Symbolen darstellt. Im Gegensatz zu einem Verdrahtungsplan, der jeden einzelnen Leiter zeigt, verwendet ein Eindrahtschema eine einzige Linie zur Darstellung jedes Stromkreises.

Für neue hauswirtschaftliche Anlagen und wesentliche Änderungen oder Erweiterungen wird dieses Dokument nach AREI/RGIE zusammen mit dem Situationsplan erstellt. Bestandsanlagen und nicht wesentliche Änderungen haben eigene, begrenzte Regeln. Der zugelassene Kontrollorganismus bewertet das konkrete Dossier und die ausgeführte Anlage.

Warum ist es wichtig?

Das Eindrahtschema erfüllt mehrere wichtige Zwecke:

  • Vorgeschriebene Dokumentation — Für neue hauswirtschaftliche Anlagen sowie wesentliche Änderungen und Erweiterungen
  • Sicherheitsübersicht — Zeigt alle Schutzeinrichtungen und deren Koordination
  • Wartungsreferenz — Hilft Elektrikern, Stromkreise und Komponenten schnell zu identifizieren
  • Änderungsplanung — Unverzichtbar für die Planung zukünftiger Änderungen
  • Immobiliendokumentation — Erforderlich beim Verkauf einer Immobilie

Wichtig: Die Dokumentation muss den aktuellen Zustand nachvollziehbar wiedergeben. Bei nicht wesentlichen Änderungen kann eine datierte Kurzbeschreibung genügen; der Situationsplan bleibt dennoch zu aktualisieren.

AREI-Symbole verstehen

Das AREI/RGIE enthält in Tabelle 2.23 die Ausgangssymbole. Fehlt dort ein Symbol, ist ein anderes eindeutig identifizierbares und in der Legende erklärtes Zeichen zulässig. Hier sind wichtige Gruppen:

Schutzeinrichtungen

  • Leitungsschutzschalter (automaat / disjoncteur) — Schützt vor Überstrom
  • FI-Schutzschalter (differentieelschakelaar / différentiel) — Schützt vor Erdschluss
  • Sicherung (zekering / fusible) — Traditioneller Überstromschutz
  • Hauptschalter (hoofdschakelaar / interrupteur principal) — Trennt die gesamte Installation

Verbraucher

  • Steckdose — Dargestellt durch ein Halbkreissymbol
  • Beleuchtungspunkt — Kreis mit Strahlen oder Kreuz
  • Festanschlussgerät — Rechteck mit Gerätebezeichnung
  • Motor — Kreis mit M-Bezeichnung

Spezielle Symbole

  • Erdungsanschluss — Drei horizontale Linien abnehmender Länge
  • Potentialausgleich — Verbindungslinie mit Erdungssymbol
  • Überspannungsschutz — Zickzacklinie mit Pfeil

Schritt-für-Schritt-Anleitung mit PlanElec

Schritt 1: Ihre Installation definieren

Beginnen Sie damit, Ihre elektrische Installation zu erfassen:

  1. Öffnen Sie PlanElec und erstellen Sie ein neues Projekt
  2. Definieren Sie die Räume Ihres Gebäudes (Wohnzimmer, Küche, Schlafzimmer etc.)
  3. Geben Sie für jeden Raum die elektrischen Komponenten an:
    • Anzahl und Art der Steckdosen (Einzel, Doppel, mit Schutzkontakt)
    • Beleuchtungspunkte (Decke, Wand, geschaltet)
    • Festanschlussgeräte (Backofen, Kochfeld, Boiler etc.)
    • Spezialstromkreise (E-Auto-Ladestation, Wärmepumpe, Solaranlage)

Schritt 2: Schutzeinrichtungen konfigurieren

PlanElec kann Schutzvorrichtungen als überprüfbaren Ausgangspunkt vorschlagen:

  • Allgemeiner Differenzstromschutz — Höchstens 300 mA am Speisepunkt (Art. 4.2.4.3b); Typ, Bemessung und Koordination werden für die konkrete Schutzkette geprüft
  • Zusätzliche 30-mA-FI-Schutzschalter — Für Steckdosen (nicht für ortsfeste Geräte), Beleuchtung, Badezimmer, Waschmaschine/Trockner/Geschirrspüler (Art. 4.2.4.3b); max. 8 Endstromkreise pro 30-mA-RCD
  • Leitungsschutzschalter — Dimensioniert nach Kabelquerschnitt und Stromkreistyp
  • Überspannungsschutz — Falls für Ihren Installationstyp erforderlich

Sie können diese Vorschläge an Ihre spezifischen Anforderungen oder die Empfehlungen Ihres Elektrikers anpassen.

Schritt 3: Die Topologie überprüfen

PlanElec erstellt die Stromkreistopologie automatisch:

  • Stromkreise werden logisch gruppiert (Beleuchtung, Steckdosen, Einzelstromkreise)
  • Jeder Stromkreis erhält eine eindeutige Kennung (z.B. A1, A2, B1, B2)
  • Die Hierarchie vom Hauptschalter bis zum Endverbraucher ist klar ersichtlich
  • Kabelquerschnitte werden für jeden Stromkreis angegeben

Schritt 4: Generieren und exportieren

Mit einem einzigen Klick generiert PlanElec Ihr Eindrahtschema:

  • Lesbares Layout — Nachvollziehbare Hauptstruktur mit klaren Abzweigstromkreisen
  • Symbolkatalog — Elektrische Symbole für den belgischen Planungskontext
  • Automatische Beschriftung — Stromkreisreferenzen, Kabeltypen und Schutzwerte
  • PDF-Export — Zentrale Dokumentausgabe zur weiteren fachlichen Prüfung

Häufige Fehler vermeiden

1. Unvollständige Stromkreise

Jeder Verbraucher muss über eine klare Kette von Schutzeinrichtungen bis zum Hauptschalter zurückverfolgt werden können. Lassen Sie keine "schwebenden" Verbindungen.

2. Falsche Symbolverwendung

Verwenden Sie die für Ihren Anwendungsfall vorgeschriebenen Symbole. Häufige Fehler sind alte DIN-Symbole oder eigene Notationen. Der PlanElec-Katalog unterstützt eine konsistente Darstellung; die fachliche Verantwortung bleibt beim Ersteller.

3. Fehlende Informationen

Jeder Stromkreis muss folgende Angaben enthalten:

  • Stromkreis-Referenznummer
  • Kabeltyp und Querschnitt (z.B. XVB 3G2,5)
  • Schutzgeräte-Nennwert (z. B. 16 A oder 20 A; Tabellenwerte sind Obergrenzen und ersetzen die vollständige Leiterdimensionierung nicht)
  • Anzahl und Art der Verbraucher

4. Veraltetes Schema

Wenn Sie Änderungen an Ihrer Installation vorgenommen haben, muss das Eindrahtschema entsprechend aktualisiert werden. Ein veraltetes Schema wird bei der Abnahme abgelehnt.

Tipps für ein perfektes Schema

  • Übersichtlich halten — Vermeiden Sie unnötige Kreuzungen und überlappende Beschriftungen
  • Konsistent sein — Verwenden Sie durchgehend den gleichen Notationsstil
  • Alle Stromkreise einbeziehen — Auch kleine Ergänzungen wie Türklingel oder Gartenbeleuchtung
  • Datum angeben — Fügen Sie immer das Erstellungs-/Änderungsdatum hinzu
  • Ihre Angaben hinzufügen — Adresse der Installation und Name des Erstellers angeben

Pflichtangaben systematisch kontrollieren

Buch 1 V06 nennt für ein hauswirtschaftliches Einstrich-Schema mindestens die Eigenschaften der Leitungen — Typ, Querschnitt und Leiteranzahl — sowie die Verlegeart, Art und Eigenschaften von Differenzstrom- und Überstromschutzeinrichtungen, Schalter, Verbindungs- und Abzweigdosen, Steckdosen, Lichtpunkte, ortsfeste Maschinen und Geräte sowie Quellen wie Wechselrichter oder Batterie. Zusätzlich tragen die Dokumente Nummer, Fassung und Fassungsdatum. Spannung und Stromart sowie die eindeutige Identifikation der Elementarstromkreise gehören ebenfalls in die Darstellung.

Ein Großbuchstabe kennzeichnet den Elementarstromkreis. Lichtpunkte, Steckdosen und Steuerorgane erhalten innerhalb dieses Stromkreises eine laufende Nummer, ausgehend vom vorgeschalteten Überstromschutz. Der Situationsplan verwendet dieselben Referenzen. Bei Schaltern verweist die Kennung auf den gesteuerten Lichtpunkt oder das Gerät. Genau dieser gemeinsame Schlüssel macht beide Pläne zusammen lesbar.

Ein praktischer Kontrollgang

Beginnen Sie an der Einspeisung und folgen Sie jedem Zweig bis zum letzten Verbraucher. Fragen Sie an jedem Übergang: Ist das reale Gerät vorhanden, ist seine Funktion eindeutig, ist die Leitung vollständig beschrieben und stimmt die Kennung im Lageplan? Prüfen Sie Verbindungsdosen und gemeinsame Zweige besonders sorgfältig; eine flache Liste von Symbolen kann eine reale Abzweigung nicht korrekt ersetzen.

Bei mehreren Quellen müssen Netz, PV-Wechselrichter und andere explizit modellierte Einspeisungen als getrennte Pfade verständlich bleiben. Ein Batteriesymbol oder eine bidirektionale Wallbox darf nicht allein aufgrund technischer Typunterstützung als vollständig veröffentlichter PlanElec-Workflow beworben werden. Für PV kann PlanElec strukturierte DC-Strings und dokumentierte Schutz- beziehungsweise Kabelabschnitte darstellen; unbekannte oder unzugeordnete Angaben bleiben als Lücken sichtbar.

Bestandsanlage und Änderung

Für wesentliche Änderungen oder Erweiterungen einer hauswirtschaftlichen Anlage werden Einstrich-Schema und Lageplan erstellt oder aktualisiert. Bei einer nicht wesentlichen Änderung kann für das Einstrich-Schema eine datierte und unterschriebene Kurzbeschreibung genügen; im Lageplan muss die Änderung dennoch sichtbar sein. Vor 1. Oktober 1981 errichtete ältere Teile werden im Schema als „älterer Teil“ gekennzeichnet. Part 8 enthält eng begrenzte Abweichungen für bestehende Teile, ist aber keine pauschale Befreiung von Dokumentation oder Sicherheit.

Qualität vor schöner Grafik

Eine saubere Linienführung verbessert Lesbarkeit, beweist aber keine richtige Dimensionierung. Prüfen Sie Querschnitt und Schutzwert nicht nur gegen eine Tabelle: Verlegeart, Belastbarkeit, Häufung, Temperatur, Spannungsfall, Kurzschlussbedingungen und Abschaltung gehören zur Fachplanung. Gleiches gilt für RCD-Typ, Selektivität, Überspannungsschutz und gerätespezifische Vorgaben. Eigene Symbole sind nur dann sinnvoll, wenn sie eindeutig sind und in der Legende erklärt werden; Tabelle 2.23 ist die amtliche Ausgangsbasis.

Beispiel für einen vollständigen Stromkreisdatensatz

Nehmen Sie nicht nur „Küche“ als Beschriftung. Ein belastbarer Datensatz nennt etwa Kreis B, vorgeschaltetes Schutzorgan, RCD-Zuordnung, Leitungstyp, Leiteranzahl, Querschnitt, Verlegeart und die nummerierten Verbraucher B1 bis B6. Ein fest angeschlossenes Kochfeld wird als konkretes Gerät gekennzeichnet und nicht mit allgemeinen Steckdosen vermischt. Eine vorhandene Abzweigdose erscheint an der wirklichen Stelle der Topologie.

Diese Struktur macht Fehler auffindbar. Wenn B4 im Lageplan fehlt, ist entweder der räumliche Plan unvollständig oder der Verbraucher existiert im Schema zu viel. Wenn die Leitung nach einer Dose einen anderen Querschnitt oder Typ hat, wird der Abschnitt getrennt beschrieben. Eine einheitliche Standardleitung für den gesamten Ast wäre sonst irreführend.

Freigabecheck für jede Seite

Lesen Sie das PDF in der tatsächlichen Ausgabegröße. Prüfen Sie Titelblock, Blattnummer, Fassung, Datum, Adresse, Verantwortliche, Spannung und Stromart. Danach prüfen Sie, ob Linien oder Beschriftungen abgeschnitten sind, Symbole sich überlagern und die Legende alle abweichenden Zeichen erklärt. Bei mehreren Seiten muss der Zusammenhang der Fortsetzungen erkennbar sein.

Führen Sie eine Stichprobe vom Verteiler zum Verbraucher und zurück aus. Wählen Sie zusätzlich einen Beleuchtungsstromkreis mit Schalterbeziehung, einen festen Großverbraucher und eine Quelle wie PV. Offene, noch nicht unterstützte oder nicht zugeordnete Daten bleiben sichtbar. Löschen Sie keine Warnung nur, um ein optisch sauberes PDF zu erhalten.

Zusammenarbeit mit Elektriker und Kontrolle

Der Planersteller dokumentiert die verantwortliche Person und stimmt die Fassung mit der Ausführung ab. Der Elektriker prüft Dimensionierung, Schutz und reale Installation. Der zugelassene Kontrollorganismus führt die offizielle Beurteilung durch. Diese Rollen können in einem Projekt von unterschiedlichen Personen wahrgenommen werden; eine Softwarefunktion übernimmt keine dieser Verantwortlichkeiten automatisch.

Archiv und spätere Änderung

Bewahren Sie die freigegebene Schemafassung mit Situationsplan, Prüfbericht und relevanten Nachweisen auf. Nach einer späteren Erweiterung wird diese Historie nicht überschrieben. Vergleichen Sie den neuen Entwurf mit dem früheren Ist-Stand, erhöhen Sie die Fassung und dokumentieren Sie betroffene Kreise. Dadurch kann eine Fachkraft unterscheiden, was bereits geprüft war, was geplant wurde und was tatsächlich neu ausgeführt ist.

Wenn nur eine kurze Beschreibung für eine nicht wesentliche Änderung verwendet wird, gehört auch sie datiert und unterschrieben in die Anlagenakte. Der Lageplan bleibt aktuell. Sobald mehrere kleine Eingriffe die Lesbarkeit oder Nachvollziehbarkeit beeinträchtigen, ist eine konsolidierte neue Fassung praktisch sinnvoll, auch wenn die rechtliche Einordnung jeder Änderung separat erfolgt.

Prüfen Sie diese konsolidierte Fassung erneut vollständig gegen den realen Verteiler.

Amtliche Quelle und Grenzen

PlanElec erstellt eine nachvollziehbare Projektausgabe und bietet einen orientierenden Selbstcheck. Es stellt keine Konformitätsbescheinigung aus. Nur der zugelassene Kontrollorganismus beurteilt die ausgeführte Anlage und das vollständige Dossier offiziell.

Lassen Sie PlanElec die Arbeit erledigen

PlanElec führt Grundriss, elektrische Topologie und Verteilerschrank in einem Projekt zusammen und leitet daraus das Eindrahtschema ab.

  • Keine CAD-Software nötig
  • Zentrale Projektdaten statt mehrfacher Übertragung
  • Orientierender AREI-Selbstcheck für die unterstützten, aus Projektdaten entscheidbaren Regeln
  • PDF-Export von Eindrahtschema und Situationsplan

Erstellen Sie jetzt Ihr Eindrahtschema — kostenlos →

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