Automatische Planung

KNX in PlanElec planen und für die Elektrokontrolle dokumentieren

Vom KNX-Projektmodus über Taster, Busspannungsversorgung und Aktorkanäle bis zum prüfungsfähigen Export — mit allen Befunden, die die finale Abgabe sperren.

10 Min.Aktualisiert am 25. September 2026

PlanElec dokumentiert die elektrische Seite einer KNX-Anlage: Busspannungsversorgung und Aktor als Verteilermodule, jeden belegten Aktorkanal mit seiner Last und jede Bedienstelle im Situationsplan. Voraussetzung ist ein Projekt mit gezeichnetem Grundriss, einem Verteiler und Stromkreisen; das Ergebnis sind Eindrahtschema, Situationsplan und PDF-Export, in denen Versorgung, Aktor, OUT- und KNX IN-Kanäle sichtbar sind. Was PlanElec nicht tut: physikalische Adressen, Gruppenadressen, Parametrierung, Programmierung oder ein .knxproj-Import. Dafür bleibt die ETS zuständig; die fachliche Abgrenzung wird in diesem Leitfaden direkt mitbehandelt.

KNX als Automationssystem im Projekt aktivieren

Öffnen Sie den Bereich Projekt und dort Projekt-Metadaten bearbeiten. Im Abschnitt Kunde steht das Feld Gebäudeautomation mit den beiden Werten Keine / konventionell und KNX. Wählen Sie KNX.

Die Einstellung ist eine Projekteigenschaft, keine globale Voreinstellung: Sie gilt genau für dieses Projekt und lässt sich jederzeit zurücknehmen. Erkennbar ist der Erfolg daran, dass in der Modulpalette des Schaltschranks die Zeile KNX-Domotik erscheint. Solange Keine / konventionell ausgewählt ist, sind die beiden KNX-Module weder in der Palette noch über die Suche erreichbar.

Taster im Situationsplan platzieren

Wechseln Sie in den Situationsplan. In der Gerätepalette liegt unter Schalten & Steuern das Werkzeug Taster. Platzieren Sie damit jede Bedienstelle an ihrem realen Ort — auch mehrere Taster für denselben Lichtpunkt.

Zwei Punkte sind dabei wichtig:

  • Das Werkzeug Taster ist unabhängig von der KNX-Auswahl verfügbar. Ein Taster ist in PlanElec zunächst ein gewöhnliches Bediengerät; erst die Zuordnung zu einem Aktorkanal macht ihn zur KNX-Bedienstelle.
  • Ein Taster trägt in der Lastbilanz 0 W. Er hängt am Bus und führt keinen Laststrom, geht also nicht in Phasenausgleich und Spannungsfallberechnung ein.

Verbinden Sie Taster und die zu schaltenden Leuchten anschließend wie jedes andere Gerät mit einem Stromkreis — siehe Schalterketten, Stromkreise und Kabelwege bearbeiten. Das ist keine Formalie: Die Kanalzuordnung im nächsten Schritt setzt voraus, dass Last und Taster bereits unter einem Überstromschutz hängen.

Busspannungsversorgung und Aktor im Schaltschrank ergänzen

Wechseln Sie in den Schaltschrank. In der Modulpalette finden Sie in der Zeile KNX-Domotik zwei herstellerneutrale Module:

ModulSpalteWas Sie einstellen
KNX-Spannungsversorgung2PBusstrom: 320 mA oder 640 mA
KNX-AktorFunktion, Kanalpräfix, Kanäle (4/8/12/16), Strom/Kanal (6/10/16 A)

Ziehen Sie die Variante in einen freien Slot — oder wählen Sie sie aus und setzen Sie sie anschließend. Die KNX-Zeile bleibt auch dann sichtbar, wenn das Häkchen Alle Module anzeigen (Steuerung, KNX, Shelly, Zubehör) nicht gesetzt ist.

Beide Module brauchen einen Leitungsschutzschalter oder einen FI/LS über sich. Das ist die Bedingung dafür, dass PlanElec sie im Eindrahtschema überhaupt darstellt. Hängt eines der beiden direkt am Hauptschalter oder an einem reinen Differenzstrom-Schutzschalter, gilt es als nicht darstellbares Modul und sperrt mit dem Befund Nicht darstellbare Schaltschrankmodule prüfen oder entfernen die finale Abgabe.

Aktorkanäle benennen und Lasten zuordnen

Wählen Sie den platzierten KNX-Aktor aus. Im rechten Panel erscheint der Abschnitt KNX-Kanäle mit vier Einstellungen und darunter je einem Block pro Kanal.

  1. FunktionSchalten oder Rollladen. Die Funktion entscheidet, welche Verbraucher überhaupt zuordenbar sind: Bei Schalten sind es Lichtverbraucher, bei Rollladen Rollladenmotoren. Ein Wechsel der Funktion löst alle bestehenden Lastzuordnungen dieses Aktors. Legen Sie die Funktion also zuerst fest.
  2. Kanalpräfix — der Namensteil vor der laufenden Nummer, standardmäßig CH. Erlaubt sind bis zu acht Zeichen aus A–Z, 0–9, _ und -; Kleinbuchstaben werden in Großbuchstaben umgesetzt. Aus dem Präfix LI werden die Kanäle LI1, LI2 und so fort. Das ist die Kennzeichnung, die später im Eindrahtschema erscheint — wählen Sie sie so, dass sie in fünf Jahren noch lesbar ist.
  3. Kanäle — 4, 8, 12 oder 16. Beim Verkleinern werden die Zuordnungen der wegfallenden Kanäle gelöst; die Kanäle darunter behalten ihre Belegung.
  4. Strom/Kanal — 6, 10 oder 16 A. Dieser Wert ist die Obergrenze, gegen die PlanElec die zugeordnete Last prüft.

Ordnen Sie danach je Kanal unter Last einen Verbraucher zu. Die Auswahl enthält alle passenden Verbraucher des Projekts, nicht nur die dieses Verteilers. Nicht zugeordnet nimmt die Zuordnung wieder zurück.

Was PlanElec bei einer Zuordnung im Hintergrund tut: Der Verbraucher wird als Kind des Aktors eingehängt, der Aktor selbst unter das Schutzorgan des Verbrauchers gezogen und die benötigte Leitung angelegt. Der Kanal wird damit zum sichtbaren Zwischenglied zwischen Schutzorgan und Last.

Scheitert eine Zuordnung, erscheint der Hinweis Die Zuordnung ist nicht möglich. Prüfe Schutzpfad, Gerätetyp und bestehende Kanalbelegung. Die drei häufigsten Ursachen sind genau diese: Der Verbraucher hängt an keinem Überstromschutz, sein Typ passt nicht zur gewählten Aktorfunktion, oder er ist bereits einem anderen Kanal zugeordnet — auch einem Kanal eines anderen Aktors.

Bedienstellen den KNX IN-Kanälen zuordnen

Im selben Kanalblock steht neben Last das Feld Taster. Es listet alle im Projekt platzierten Taster. Ordnen Sie jedem belegten Kanal die Bedienstelle zu, die ihn auslösen soll.

Auch hier gilt: Ein Taster kann nur an einem Kanal hängen. Wenn zwei Bedienstellen denselben Lichtpunkt schalten sollen — in einer konventionellen Anlage die Wechselschaltung —, bildet PlanElec heute nur eine davon als Kanalzuordnung ab. Die zweite bleibt ein platziertes, einem Stromkreis zugeordnetes Bediengerät ohne Kanalbezug und erzeugt eine Warnung, keinen Fehler.

Eine offene Tasterzuordnung sperrt den Export nicht. Eine offene Lastzuordnung sehr wohl — dazu weiter unten.

Darstellung im Eindrahtschema prüfen

Wechseln Sie in das Eindrahtschema. Dort erscheinen:

ElementBeschriftungBedeutung
KNX-SpannungsversorgungName · 640 mA Buseinmal je platzierter Versorgung, unter ihrem Schutzorgan
KNX-AktorName · Schalten · 16 A/Kanaleinmal je platziertem Aktor, unter seinem Schutzorgan
Lastabgang eines KanalsOUT · CH1230-V-Abgang vom Kanal zur zugeordneten Last
Bedienzeile eines KanalsKNX IN · CH1Bedienstelle, die auf diesen Kanal wirkt

Nur belegte Kanäle werden gezeichnet. Ein Aktor mit 16 Kanälen und drei Zuordnungen erzeugt drei Kanalgruppen, keine sechzehn. Die Legende führt dazu KNX-Spannungsversorgung, KNX-Aktor und Taster / KNX-Bedienstelle.

Ein Punkt fällt hier regelmäßig auf: Verbraucher, die aus dem Grundriss entstanden sind, tragen ihre Anschlussleistung im Modus Auto und haben im Datenmodell noch keinen festen Wert. Für KNX-Lasten reicht das nicht. Wählen Sie den Verbraucher im Eindrahtschema aus und setzen Sie im Eigenschaften-Panel Leistung (W) — schon das Umschalten zwischen Auto und Eigene Eingabe schreibt den Wert fest.

Befunde vor der finalen Abgabe abarbeiten

PlanElec prüft die KNX-Konfiguration eigenständig, zusätzlich zur AREI-Selbstprüfung. Die Befunde erscheinen im Bereich Export, gebündelt unter KNX-Versorgung, Schutz und Kanalzuordnungen vervollständigen.

BefundWas ihn auslöstBehebungWirkung
fehlende BusspannungsversorgungKNX ist aktiv, aber es ist keine aktive Versorgung platziertModul im Schaltschrank ergänzensperrt final
fehlender SchutzVersorgung oder Aktor hängt an keinem Überstromschutzunter MCB oder FI/LS hängensperrt final
fehlende Aktorkonfigurationein Aktorknoten ohne Kanaldaten, etwa aus einem alten ProjektstandAktor auswählen, Funktion und Kanalzahl setzensperrt final
fehlende Lastleistungeine zugeordnete Last ohne festen Wert in Leistung (W)Leistung im Eigenschaften-Panel setzensperrt final
Doppelbelegungderselbe Verbraucher hängt an zwei Kanäleneine der beiden Zuordnungen auf Nicht zugeordnet setzensperrt final
KanalüberlastSumme der zugeordneten Lasten übersteigt Strom/KanalLast aufteilen oder Strom/Kanal erhöhensperrt final
offene Lastzuordnungein einmal zugeordneter Verbraucher hängt an keinem Kanal mehrwieder einem Kanal zuordnensperrt final
offene Tasterzuordnungein einmal zugeordneter Taster hängt an keinem Kanal mehrwieder zuordnen oder bewusst offen lassenWarnung

Zur Kanalüberlast: PlanElec rechnet die zugeordnete Anschlussleistung bei 230 V in einen Strom um und vergleicht ihn mit Strom/Kanal. Eine 2.000-W-Last auf einem 6-A-Kanal ergibt rund 8,7 A und ist damit ein Fehler.

Zur offenen Lastzuordnung: Ein Verbraucher, der einmal einem Kanal zugeordnet war, bleibt intern als KNX-gesteuert markiert. Setzen Sie seine Zuordnung auf Nicht zugeordnet und lassen sie dort, meldet PlanElec ihn als offene Lastzuordnung. Das ist beabsichtigt: Eine Last, die als KNX-gesteuert geplant war und nun an keinem Kanal hängt, ist im Schema nicht mehr nachvollziehbar.

Entwurf und finale Abgabe unterscheiden

Im Bereich Export gibt es zwei Stufen:

  • Entwurfsdokumente bleiben auch bei unvollständigen KNX-Daten verfügbar. Die Dokumente tragen den Entwurfsvermerk und sind zum Abstimmen gedacht, nicht zum Vorlegen.
  • Finale Abgabe verlangt zusätzlich: ausgeführte Validierung ohne Fehler, keine nicht darstellbaren Schaltschrankmodule, keinen KNX-Fehlerbefund und ein bestätigtes Eindrahtschema geprüft.

Offene Warnungen — auch die offene Tasterzuordnung — sperren die finale Abgabe nicht. Sie werden gezählt und bleiben Ihre Entscheidung. Die Einzelheiten zu Dokumenttypen, Seitenaufteilung und Dossier stehen in Dokumente exportieren.

Was PlanElec bei KNX heute nicht leistet

Diese Grenzen sind bewusst gesetzt und werden erst zusammen mit tatsächlich ausgelieferten Funktionen enger gefasst:

  • keine physikalischen KNX-Adressen und keine Gerätekennungen
  • keine Gruppenadressen und keine Kommunikationsobjekt-Matrix
  • keine Linien- oder Bereichstopologie des Busses
  • keine Geräteparametrierung, Programmierung oder Busdiagnose
  • kein ETS-Ersatz, kein Import und kein Export von .knxproj
  • keine Bewertung der Busleitung: Länge des Strangs, Zahl der Teilnehmer und die Auslegung der Versorgung gegen die tatsächliche Buslast prüft PlanElec nicht
  • keine Prüfung der Bedienlogik: Ein Taster am falschen Kanal ist formal einwandfrei
  • unterstützte Lasten sind Lichtverbraucher und Rollladenmotoren; andere Verbrauchertypen lassen sich keinem Kanal zuordnen
  • keine Garantie der AREI-Konformität — die Selbstprüfung ist orientierend, die amtliche Beurteilung liegt bei einer zugelassenen Stelle

Für die Kontrolle bleibt maßgeblich, was das AREI verlangt: Auf dem Eindrahtschema erhalten Lichtpunkte, Steckdosen und Steuerwerke eine Nummer in der Reihenfolge, in der sie im Elementarstromkreis vorkommen; auf dem Lageplan werden Schalter und Steuerwerke durch den Buchstaben ihres Stromkreises und die Nummer des Lichtpunkts oder Geräts identifiziert, den beziehungsweise das sie steuern (Unterabschnitt 3.1.2.1 Buchstabe a). Ein KNX-Taster ist ein solches Steuerwerk — die Zuordnung „dieser Taster bedient jenen Lichtpunkt" gehört damit in die Prüfungsunterlagen und nicht nur in die ETS.

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